April, 2018

Kopflos kundenorientiert?

eCommerce hat heute viele Facetten. Und wer damit erfolgreich sein will, muss viele Kanäle bespielen: Vom Web über Mobile bis zum Internet of Things. Vom Shop über Social Media bis zum Blog.

Um dieser Komplexität entgegen zu wirken, tun sich für Entwickler und User neue Perspektiven auf: „Headless eCommerce“ verspricht mit seinem API-basierten Ansatz mehr Flexibilität in der Bereitstellung von Content. Und soll eine durchgängige Nutzererfahrung bieten, die ganz auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten ist.

Adam, Matthias und Rafał fragen sich, welches Potenzial in „Headless“ wirklich steckt …

Matthias: Zum ersten Mal hab ich 2017 von „Headless eCommerce“ gehört und fand die Idee grundsätzlich sehr interessant. Aber wenn man das Ganze nicht an einem konkreten Projekt auf Herz und Nieren testen kann, ist es schwierig zu sagen, ob sich so ein System in der Praxis bewährt.

„Ich habe den Eindruck, dass die Welt auf sowas gewartet hat …“

Adam: Wir haben das Thema schon im letzten Jahr im Team angesprochen. Da redeten wir aber nicht von „Headless eCommerce“, sondern von einem API-basierten Ansatz. Ich habe den Eindruck, dass die Welt auf sowas gewartet hat, damit man endlich schnell eCommerce-Plattformen für viele unterschiedliche Kanäle auf die Beine stellen kann. Die Vorteile liegen ja auch auf der Hand: Mehr Flexibilität bei Frontend-Anpassungen und generell in der Frontend- und Backend-Entwicklung, eine einheitliche User-Erfahrung auf den unterschiedlichsten Endgeräten …

Rafał: Das hört sich alles gut an, aber ich hab noch meine Zweifel, dass das in der Praxis auch alles so funktioniert. In den Präsentationen wird immer mit sehr einfachen Beispielen gearbeitet. Komplexere Lösungen lassen sich nicht optimal in ein paar vordefinierten Schritten umsetzen. Das führt leicht zu Performance-Schwächen, die man dann wieder ausbügeln muss. Mag auch sein, dass der einzelne Headless-Entwickler beim Hinzufügen neuer Elemente die Auswirkungen auf das Gesamtsystem aus den Augen verliert – unter Umständen mit fatalen Folgen.

„Weg vom Frontend-Ansatz …“

Matthias: In „Headless“ steckt sicher grosses Potenzial, wenn man auf mehrere Kanäle setzt – was Du beschreibst, sind vielleicht nur die Anfangsschwierigkeiten. Mit der Zeit sollte es dann einfacher werden, auch wenn man beispielsweise die schnelllebigen Frontend-Technologien auswechseln möchte.

Adam: Ich bin überzeugt, dass „Headless“ viel verspricht und deshalb immer populärer werden wird – vielleicht entwickelt es sich ja sogar zum Standard für den B2C-Bereich? Mit seiner regulären Accelerator-Extension unterstützt SAP Hybris den Wandel aber bislang noch nicht aktiv. Für manche APIs gibt es in Hybris noch keine standardisierten Lösungen, so dass man immer noch oft selbst Hand anlegen müsste.

Matthias: Man bräuchte eben mal ein paar konkrete Anwendungsbeispiele, mit denen man den Kunden die Vorteile von „Headless“ glasklar aufzeigen könnte. Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass hier lediglich als Selbstzweck eine alte durch eine neue Technologie ersetzt werden soll.

Adam: Da hast Du recht – und auf viele Fragen gibt es noch keine umfassenden Antworten. Was ist zum Beispiel mit einer Versionsverwaltung und dem unvermeidlichen Nebeneinander mehrerer Entwicklungsstufen? Wie lassen sich schlanke Javascript-Frontend-Applikationen realisieren?

„Der Workflow muss stimmen …“

Rafał: Ganz unabhängig von den Details: Die Entwicklung von „Headless“-Lösungen erfordert eine ganz andere Team- und Kommunikationsstruktur, als wir es bisher gewohnt waren. Der komplette Workflow muss für „Headless“ neu ausgerichtet werden – damit das Frontend-Team nicht irgendwann regelrecht mit APIs „geflutet“ wird, die sich gar nicht alle implementieren lassen.

Adam: Ich denke, wir sind uns einig: Auch wenn „Headless“ heute noch viele „Baustellen“ hat, ist die Idee dahinter zweifellos mehr als ein kurzlebiger Hype. Jetzt müssen wir halt unseren eigenen Weg finden und ausloten, für welche Fälle sich „Headless“ am besten eignet. Was meint Ihr, bleiben wir dran?

Matthias und Rafał: Klar bleiben wir dran!

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